Cattery - über uns

Über eine Rassekatze habe ich früher nicht einmal nachgedacht, geschweige denn bin ich auf die Idee gekommen, eine zu kaufen (über Züchten brauchen wir gar nicht erst reden...). Ich habe nur gesehen, dass es so viele Katzen gibt, dass die Tierheime regelmäßig überquellen und die Anzeigenseiten der Zeitungen (heute auch das Internet) voll von Katzenbabys sind. Warum also sollte man dann viel Geld für eine Samtpfote ausgeben?

Interessanterweise habe ich das bei Hunden etwas anders gesehen – wie viele andere Menschen auch. Warum, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Als ich mir vor Jahren meinen Kindheitstraum von einem eigenen Hund erfüllt habe, habe ich mich vorher gründlich über viele Rassen informiert. Ich hatte eine gewisse Vorstellung von seinem Aussehen, und es gab einige Charaktereigenschaften, die mein Hund unbedingt haben sollte, das war mir extrem wichtig. Außerdem sollte es ein Welpe sein. Es gibt auch in den Tierheimen so viele tolle Mischlinge, aber man weiß bei ihnen nicht, welches Erbe darin steckt. Ein seriöser Züchter wählt die Elterntiere unter gesundheitlichen und charakterlichen Aspekten sorgfältig aus und weiß entsprechend, wie die Nachkommen sich aller Voraussicht nach entwickeln werden. Natürlich tragen auch Haltung und Aufzucht ihren Teil dazu bei.

Dass genau diese Punkte aber auch auf (Rasse-)Katzen zutreffen, war mir nicht bewusst. Katzen sind eigenbrötlerisch, unberechenbar, machen, was sie wollen, schließen sich nicht an den Menschen an usw. – das war mein Bild von Katzen an sich. Mein Denkfehler war, dass ich das auf alle Katzen bezog. Doch genauso wie Rassehunde nicht nur ein gewisses Aussehen und spezifische Charaktereigenschaften haben (sollten), ist es das auch bei Rassekatzen der Fall.

Meine letzte Hauskatze war ungefähr 5 Jahre alt als ich sie aus dem Tierheim holte. Leider verstarb sie bereits 2 Jahre später an chronischer Niereninsuffizienz. Das ist übrigens eine der häufigsten Todesursachen aller Katzen – soviel zum Thema: Hauskatzen sind gesund, Rassekatzen sind überzüchtet und krank. Da ich gar nicht so schnell gucken konnte, wie sie mir oft durch die Füße nach draußen entwischt war und ich jedes Mal Tausend Ängste erlebte, ob sie auch heil wieder zurück kommen würde, entschied ich mich nach ihrem Tod zunächst dagegen, mir wieder eine Samtpfote ins Haus zu holen. Der letzte Kater meiner Nachbarn war überfahren, der damals „aktuelle“ war bereits angefahren worden, hatte sich aber glücklicherweise wieder erholt.
Durch eine Freundin, deren Perserkater wenige Monate danach im Alter von 18 Jahren verstarb und die sich wieder auf die Suche nach einem Perser machte, begann ich, mich mit Rassekatzen und deren unterschiedlichen Charakteren auseinander zu setzen. Bisher hatte ich die Eigenheiten ihres Persers immer dem Individuum zugeschrieben, nicht aber der Rasse an sich. Durch die Beschäftigung mit diesem Thema bekam ich eine vollkommen andere Einstellung – und so zog schließlich mein kleiner Nasenbär - Perserkater Merlin - bei mir ein. Er hat zwar einen Stammbaum, aber der interessierte mich zum damaligen Zeitpunkt nicht besonders. Mit dieser Problematik habe ich mich erst etwas später auseinandergesetzt.

Merlin wuchs auf, und es wurde deutlich, dass ihm ein Spielkamerad fehlte. Ein zweiter Perser sollte es wegen der aufwändigen Fellpflege nicht sein, aber der neue Kumpel sollte natürlich vom Wesen her zu ihm passen. Also fing ich wieder an zu recherchieren – und stieß auf die Heilige Birma. Was ich in Erfahrung brachte, faszinierte mich, in vielen Stunden durchforstete ich das Internet, schaute mir Kittenfotos an und beschäftigte mich erstmals mit Stammbäumen. Nachdem ich dann das erstemal ein Birmchen auf dem Arm hatte, war es endgültig um mich geschehen. Schließlich zog Shogun ein und kurze Zeit später die bereits kastrierte 3jährige Jindra – beide ebenfalls vom Züchter. Ohne dass ich es selbst bewusst gemerkt hätte, hatte ich bereits begonnen, mich mit züchterischen Fragen zu beschäftigen – und als der Wunsch nach Birma-Nachwuchs deutlich genug geworden war (was ich mir niemals zuvor auch nur hätte vorstellen können), begann ich konkret nach einem Kitten für die Zucht zu suchen. Obwohl sie nur extrem selten an inländische Züchter verkauft und daraus kein Geheimnis macht, wandte ich mich schließlich an Frau Bettina-Suvi Rode, da ich bei ihren Birmchen regelrecht dahinschmolz... Obwohl ich nicht gerade ein geduldiger Mensch bin, war ich bereit, auf mein Wunsch-Mädel zu warten. Und ich hatte Glück! Anfang September 2008 durfte ich meine zauberhafte Prinzessin, Las Perlas-sin Queen of Hearts (Königin der Herzen) „Queeny“ nach Hause holen. Inzwischen war ich in den German Birman Breed Club e.V. eingetreten und beschäftigte mich längst intensiv mit dem Thema Birmakatzenzucht.

Tja, so fing es an.

Zu meinem größten Bedauern musste ich zwischenzeitlich für Kastrat Shogun ein neues Zuhause suchen, weil er angefangen hatte, Kastratin Jindra derart zu mobben, dass sie extreme Probleme bekam und eine Autoimmunkrankheit entwickelte. Zusammen mit dem Tierarzt habe ich alles versucht, musste aber letztendlich nach Monaten leider einsehen, dass ein Umzug die einzige Möglichkeit war, damit Shogun glücklich werden und bei mir wieder Ruhe einkehren konnte. Inzwischen lebt er mit einem Katzenkumpel bei einem ganz lieben Ehepaar im „Ruhrpott“ und genießt es, immer einen Menschen für sich allein zu haben. Auch hier hat sich alles wieder beruhigt und alle sind deutlich entspannter, wenn auch Jindras Autoimmunerkrankung leider nicht mehr ausgeheilt werden kann. 

Ein Jahr nach Queeny zog ein weiteres entzückendes Las Perlas-Birmchen bei mir ein: Reine des Roses (Rosenkönigin) „Röschen“, die sich von Anfang an in meinen jetzigen Hund „verliebte“. Tierheim-Hund Robin ist mein „Birmchen-Hüter“... 

Meine beiden traumhaften „blauen“ Mädels Queeny und Röschen sind die Foundation-Queens der KeranBirmas.

Obwohl ich es nicht vorgehabt hatte, behielt ich eines der Mädel aus dem ersten Wurf. Sie war ausgesprochen vielversprechend und eine befreundete Züchterin riet mir sehr, sie zu behalten. Ich bin froh, dass ich auf sie gehört habe, denn mein lilactabby-Mädchen hat sich wirklich gut entwickelt und im Alter von 2 Jahren nun auch ihren ersten Wurf zur Welt gebracht. Der Vater ist voriges Jahr bei mir eingezogen - ein traumhafter seal Point Kater, den ich Mo nenne.